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Vom Dächerscan zur Solarstadt

Solarzellen ragen in den Himmel; Foto: www.pixelio.de

Eines der wichtigsten Solarenergieprojekte nahm seinen Anfang im sonnenarmen Norden. Auf Grundlage von Laserscannerdaten, die per Flugzeug gesammelt wurden, errechnete man für Osnabrück die Ausrichtung und Neigung aller Dachflächen und simulierte aufgrund der umstehenden Gebäude und Bäume die jahreszeitlich bedingte Verschattung bei unterschiedlichem Sonnenstand. Das Ergebnis der Berechnungen überzeugte sogleich andere Stadtväter in Deutschland: Osnabrücks Strombedarf ließe sich bei Ausstattung der geeigneten Flächen komplett abdecken. Einen mindestens um den Faktor drei höheren Energieertrag würde die Nutzung der Flächen für Solarwärme erbringen.

Inzwischen ist es fast selbstverständlich, dass Kommunen ihre solaren Dächerdaten via Internet zur Verfügung stellen. Schließlich erzielt die eher geringe Investition in die Dachanalyse eine enorme Wirkung. Für Hausbesitzer, Solarvereine und Investoren ist die Standortsuche für die Installation von Solaranlagen kinderleicht geworden. Auf einem Stadtplan ist jedes Gebäude farblich gekennzeichnet, je nach dem, wie hoch der mögliche Solarertrag jeweils ist. Für Investoren von großen Solaranlagen wird insbesondere die Suche von großen Dachflächen in Industriegebieten erleichtert. Einige Kommunen haben ihre Datenbanken um den möglichen Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung und solare Nahwärmenutzung bereichert. Damit zeigt sich, welche Technik vorzugsweise installiert werden sollte und wie die jeweiligen Amortisationsbedingungen sind.

Vielerorts finanzieren und verwalten Dienstleistungsunternehmen die Energie-Infrastruktur in Form von Sonnenkollektoren, Kraft-Wärme- Kopplungsanlagen, Nahwärmenetzen oder Brennstoffzellen. Viele Anwohner bezahlen für die verbrauchte Energie, abzüglich der produzierten Energie. Um den Rest kümmern sich die Unternehmen. "Wenn irgendetwas nicht funktioniert mit der Brennstoffzelle, der Photovoltaikanlage, der Warmwasseraufbereitung, am Gasherd oder am Waschautomat", berichtet ein Anwohner der sächsischen Stadt Torgau, "steht, noch bevor du es richtig merkst, ein Techniker vor der Tür und bringt die Dinge in Ordnung."



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