Im Jahr 2000 starteten unter dem Titel "Solar&Spar" an vier nordrhein-westfälischen Schulen (in Engelskirchen, Emmerich am Rhein, Gelsenkirchen und Köln) Pilotprojekte zur energetischen Sanierung. Am Aggertal-Gymnasium in Engelskirchen (20.000 Einwohner) konnten zum Beispiel durch die Kombination neuer Photovoltaikanlagen mit gleichzeitigen Energieeinsparungen (bei der Raumbeleuchtung und durch eine neue Lüftungstechnik und Heizung) im Jahr 2002 insgesamt 83.000 kWh - rund 70 Prozent des ursprünglichen Strombedarfs der Schule - eingespart bzw. mit regenerativer Solarenergie erzeugt werden. Zusätzlich produziert ein neu gebautes erdgasbetriebenes Blockheizkraftwerk im Schulkeller pro Jahr rund 198.000 kWh umweltfreundlichen Strom. Die Umwelt wird so jährlich um 200 Tonnen Kohlendioxid entlastet. Die Optimierungen wurden im laufenden Betrieb vorgenommen.
Die Gesamtinvestitionen der vier Schulprojekte betrugen zusammen rund drei Millionen Euro. Das als "grüne Kapitalanlage" konzipierte Projekt wurde finanziert durch Landesmittel aus dem Programm zur Förderung regenerativer Energieerzeugung, zinsgünstige Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau und vor allem durch das Bürger-Contracting. 350 Bürgerinnen haben dazu beigetragen. Das Bürgerkapital liegt bei rund zwei Millionen Euro. Eltern und Großeltern der Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer der Schulen konnten sich mit einem Betrag ab 500 Euro als stille Teilhaber an dem Projekt beteiligen. Für alle übrigen Bürger waren Einlagen ab 2.500 Euro möglich. Beim Aggertal-Gymnasium zum Beispiel kamen 35 der 60 beteiligten Anteilszeichner aus dem Umfeld der Schule und 25 Anteilseigner aus anderen Regionen. Die Laufzeit des Vertrages beträgt 20 Jahre; eine vorzeitige Ausstiegsmöglichkeit besteht. Die investierenden Bürger tragen damit aktiv zum Klimaschutz bei und können zudem mit Renditen von fünf bis sechs Prozent rechnen. Außerdem hat das Solar&Spar-Projekt allen Beteiligten, insbesondere der Schülerschaft, die Bedeutung des Energiethemas bewusst gemacht. Ähnlich positive Ergebnisse wurden auch in den drei anderen Schulen erzielt.
Das Konzept wurde mehrmals ausgezeichnet. Unter anderem erhielt es im Jahr 2003 die Auszeichnung "Best-Practice-Beispiel", die vom nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten und dem Umweltministerium im Rahmen der Agenda 21 NRW verliehen wird.